Jubiläumstreffen in Wörnitz

BildEinen runden Geburtstag gab es am 7., 8. und 9. September 2007 in Wörnitz zu feiern. Zum zehnten Nutzfahrzeug-Veteranentreffen fanden sich etwa 250 historische Laster und Busse samt ihrer Besatzungen auf dem Autohof an der A 7 ein. Wieder einmal hatten die Organisatoren Wolfgang Riek, Werner Lachnit und Ronny Pflug mit Ihren Mitarbeitern eine gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt. Das Gelände und die Räumlichkeiten eines Autohofes sind natürlich bestens geeignet für ein Treffen in den Ausmaßen. Gab es bei den bisherigen Treffen regelmäßig neue Teilnehmerrekorde zu vermelden, so war in diesem Jahr erstmalig die Anzahl der Fahrzeugmeldungen in etwa gleich mit denen der Veranstaltung vor zwei Jahren. Diese Konsolidierung ist sehr positiv für den Fortbestand der Tradition dieses Treffens, denn viel mehr Fahrzeuge sind trotz der Erweiterung der Stellfläche um ein Parkplatzfeld nicht unterzubringen. Anscheinend hat auch die leise Kritik der Fachpresse nach dem letzten Treffen etwas Wirkung gezeigt. In diesem Jahr waren weniger Pseudo-Oldtimer am Start. Es waren im Gegenteil vermehrt handwerklich gut restaurierte Fahrzeuge zu bewundern, die für die Zukunft hoffen lassen.
BildWurde das Treffen in Wörnitz in den letzten Jahren gerne für spektakuläre Neuvorstellungen genutzt, so gab es in diesem Jahr zahlenmäßig eher weniger wirklich neue Fahrzeuge. Nur aus der einschlägigen Fachpresse bekannt war bisher der MAN-Büssing 16.320 UK von Jürgen Pauly, der einst noch als BS 16 L von Rudolf Röhlich seine Runden drehte. Bisher nur im heimischen Stutensee-Blankenloch bekannt war der BS 22 von Thomas Geldmacher. Der einst als MAN-Büssing 22.320 UNL ausgelieferte Baustofflaster mit Ladekran war ein Blickfang des Treffens. Ebenfalls mit Unterflur-Motor, aber mit Baujahr 1992 wesentlich jünger und trotzdem von den Besuchern und Teilnehmern akzeptiert, war ein MAN 19.422 UL mit Hochdach-Fahrerhaus, den Jens-Peter Siegel aus Dieburg mit nach Wörnitz brachte. Ein weiteres Fahrzeuge mit Unterflur-Motor war der MAN-Büssing 19.320 U von Guido Althues, der einst für die Spedition Muckhoff aus Plettenberg unterwegs war und den Guido in den Farben der Ahauser Spedition Reckers lackiert und beschriftet hat. Ein weiterer Vertreter mit Unterflurmotor war der relativ frisch restaurierte Büssing LU 11 von Volker Makoben aus Westerstede, den er mit einem dreiachsigen Kässbohrer-Anhänger kombiniert hatte. Der Büssing BS 16 von Lothar Feig aus Neustadt war zwar schon im Frühjahr in Schlechtbach zu sehen, zeigte sich aber in Wörnitz mit Plane jetzt komplett.
BildIn großer Anzahl waren diverse Mercedes Lang- und Rundhauber verschiedener Typen vertreten. Vom unrestaurierten und im Origional-Brauerei-Zustand erhaltenen L 710 über den LK 1113 mit Lindner-Anhänger bis zum schweren Dreiachser des Typs LAK 2623 von Martin Hieke war alles vertreten, was in den Sechziger und Siebziger Jahren von Mercedes gebaut wurde. Hübsch anzusehen war ein Magirus-Deutz Frontlenker des Typs 110 D 7, der mit zeitgenössischen Bauuntensilien beladen war. Absolut authentisch waren die Fahrzeuge von Johann Dengler aus Wendelskirchen und Harald Brem aus Ruhmannsfelden im Bayrischen Wald. Hans hatte einen MAN 415 F mit langem Fahrerhaus aus einem Taubenexpress zum Fernverkehrslaster umgebaut. Harald hatte eine Mercedes-Benz L 1113 Feuerwehr “geopfert“ und daraus sein Fernverkehrsfahrzeug gebaut. Beide Fahrzeuge waren mit zwillingsbereiften Zweiachsanhängern kombiniert
BildDie ersten Teilnehmer sollen schon am Mittwoch gesichtet worden sein. Aus Gründen, die ein Normalsterblicher nicht nachvollziehen kann, war es für sie anscheinend sehr wichtig, die ersten Startnummern zugeteilt zu bekommen. Auch sie reihten sich am Samstag in die lange Schlange  der Teilnehmer ein, die zur Ausfahrt aufbrachen. Im Abstand von einer Minute sollten sie sich auf den Weg machen über diverse Nebenstraßen und Dörfer zum etwa 40 Kilometer entfernten Crailsheim. Dort waren die teilnehmenden Fahrzeuge Teil einer Fahrzeugschau des Mercedes-Autohaus Widmann, einem Sponsor des Treffens. Reibungslos verlief auch die Rückfahrt zurück zum Autohof. Angenehm bei den Treffen in Wörnitz ist regelmäßig die relativ überschaubare Strecke. Es werden keine endlos langen Ausfahrten vorgegeben. Den Rest des Wochenendes verbrachten die Teilnehmer und Gäste auf dem Autohof. Einige Teilnehmer nahmen die Gelegenheit war, ins benachbarte Rothenburg ob der Tauber zu fahren und sich dort etwas umzusehen. Am Sonntagmittag brachen die ersten Teilnehmer zur Heimreise auf. Am Montagvormittag waren die letzten Teilnehmer wieder auf dem Weg nach hause. Dank guter Stimmung und gutem Wetter wird das Treffen in Wörnitz 2007 in positiver Erinnerung bleiben.

Fotos: Manfred Koch

Text: Manfred Koch