Sauerlandrundfahrt bei Witteler

BildTradition wird beim Autohaus Witteler in Brilon groß geschrieben. Davon zeugen die diversen PKW- und LKW-Oldtimer, die Paul Witteler und seine Familie in den letzten Jahren restauriert haben. Die Verbundenheit zur Geschichte des 1926 gegründeten Familienunternehmens, das in der Vergangenheit so bekannte Fahrzeughersteller wie Lloyd, Borgward und Henschel vertrat und heute als Ford-, Mazda- und Mercedes-Händler in Brilon aktiv ist, zeigt sich außerdem in jedem Jahr bei der Oldtimer-Sauerlandrundfahrt, die in diesem Jahr am 21. Mai stattfand.
BildDie Veranstalter waren nach 339 Startern im letzten Jahr der festen Überzeugung, dass die siebte Auflage erneut eine Steigerung der Teilnehmerzahl bringen würde. Doch daraus wurde zum Glück nichts. Etwa zweihundert historische PKW und Motorräder sowie etwa neunzig LKW-Oldtimer trafen z. T. schon am Freitag auf dem weitläufigen Gelände in Brilon ein und füllten die vorhandenen Stellplätze. Im Gegensatz zu reinen LKW-Treffen wurde die Veranstaltung dominiert durch die PKW-Fraktion. Der Fahrer eines historischen LKW würde ohne Not nie auf die Idee kommen, sich dem Stress einer 115 Kilometer langen Ausfahrt kombiniert mit einer Bildersuchfahrt sowie einer Gleichmäßigkeitsprüfung zu unterziehen. Von der schönen Landschaft und den z. T. engen Ortsdurchfahrten von Alme, Fürstenberg, Oesdorf, Westheim, Giershagen, Padberg, Helminghausen und Brilon bekamen einige Fahrzeugbesatzungen nicht viel zu sehen, da sie ständig auf der Suche nach versteckten Aufgaben waren. Einigen vom Ergeiz zerfressenen Teilnehmern standen andere Oldtimer-Besitzer gegenüber, die die Sache lockerer nahmen und nicht auf einen der ausgelobten Pokale gierten. Für sie war das Treffen mit der Ausfahrt eine runde Sache. Sie hatten einfach nur Spaß daran, bei schönem Wetter mit ihren Veteranen die bergigen Straßen des Sauerlandes zu befahren.
BildVertreten war im LKW-Bereich ein Querschnitt durch das Fahrzeugangebot der letzten sechzig Jahre. Von Henschel über Mercedes, Borgward, Büssing, Krupp, Kaelble, Goliath, Magirus, Unimog, Tempo, MAN, Bedford, Hanomag bis Mack waren so ziemlich alle namhaften Marken vertreten. In letzter Zeit restauriert und erstmalig einem breiten Publikum vorgestellt wurde u. a. ein Henschel F 161 S, den Michael Riebe aus Marsberg meldete. Ebenfalls neu war ein wunderschöner Opel Blitz 1,75-Tonner mit Abschleppeinrichtung. Der 1952 gebaute Weichblitz mit 2,5 Liter 6 Zylinder-Maschine wurde von Joachim Veidt aus Wuppertal vorgestellt. Hans-Jürgen Borgdorf, der in Langenberg eine Fahrschule betreibt, stellte seinen frisch restaurierten Mack R 700 von 1972 mit Schweizer Vergangenheit vor. Der Hauber soll nicht als Fahrschulwagen eingesetzt werden. Für einen absoluten Hingucker sorgte wieder einmal ein niederländischer Oldtimerfreund. Gijs van Maanen kam mit einem Magirus-Deutz Jupiter. Die 1960 gebaute Sattelzugmaschine mit langem Haus und Kofferauflieger war eine Augen- und Ohrenweide. 170 luftgekühlte PS klingen einfach gut!
BildDie Firma Witteler bzw. Frau Maier als zuständige Sachbearbeiterin hatte sich sehr viel Arbeit gemacht mit der Erstellung einer Starterliste. Viele der im farbigen Programmheft abgebildeten LKW waren jedoch gar nicht erschienen. Dafür kamen andere interessante Fahrzeuge wie z. B. ein gut restaurierter Mercedes-Benz LK 311 von 1961 der Bauunternehmung Josef Knoche aus Schmallenberg-Dorlar und ein Magirus-Deutz Sirius von 1956, den Markus Dressler zur Sattelzugmaschine umgebaut hat. Peter Schönitz aus Uslar kam mit seinem Henschel H 161 HAK. Es soll einigen Fotografen gelungen sein, das Fahrzeug komplett abzulichten. Mit einem merkwürdig mehrfarbig lackierten Magirus-Deutz S 3500 Pritschenwagen kam Uwe Ottovordemgenschenfelde aus Schloss-Holte-Stukenbrock. Ein sehr interessantes Fahrzeug stellte Torsten Carlsson aus Burgdorf vor. Der Magirus-Deutz 232 D 26 mit Spezialaufbau von Schörling war einst bei der Üstra in Hannover als Aufgleis- und Bergefahrzeug im Einsatz und gehört nun zum Bestand des Straßenbahnmuseums Hannover.

BildFür die Teilnehmer des Treffens wurde auf dem Gelände der Mercedes-Benz-Vertretung Witteler in Brilon ein rundes Programm geboten. Grillstand, Steinofenbäckerei, eine Hüpfburg für Kinder, Kirmesbuden und natürlich ein Bierstand wurden gut angenommen. Auch wenn einige Teilnehmer sich wieder einmal mit dem Nebeneinander von PKW und LKW nicht anfreunden konnten, so wird doch die Teilnehmerzahl in nächsten Jahr wieder ähnlich hoch sein. Der Termin für das Treffen steht mit dem 13.05.2006 bereits fest.

Text: Manfred Koch
Fotos: (c) Dasenbrock & Dasenbrock