Brilon 2011 - Bekanntes und Neues

BildDer 14. Mai 2011 wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem Borussia Dortmund die 7. Deutsche Fußballmeisterschaft feierte und evtl. noch als Termin, an dem ein europäischer Singwettbewerb in Düsseldorf stattfand. Dass am gleichen Tag in Brilon die 13. Auflage der Oldtimer Sauerlandrundfahrt über die Bühne lief, wird wohl bald in Vergessenheit geraten sein. Wie in den vergangenen 12 Jahren lief die Veranstaltung routiniert und gut vorbereitet ohne wirkliche Höhepunkte ab. Die ausführliche und gut gemeinte Kritik an der jährlich stattfindenden Oldtimer-Veranstaltung fand kein Gehör beim Veranstalter. Die in den Vorjahren an dieser Stelle angesprochenen Punkte, die verbessert werden sollten, liefen wieder genauso ab wie immer. Aus dem Grund beschränken wir uns hier auf die Berichterstattung über die anwesenden Fahrzeuge, deren Fahrer und Beifahrer sogar eine Startgebühr bezahlten, um Werbung für die Firma Witteler zu fahren. Verkehrte Welt!
BildDer Trend ging bei den Fahrzeugen auch in diesem Jahr zum Frontlenker jüngerer Baujahre. So kam Friedrich-Wilhelm Köster aus Winterberg-Siedlinghausen erstmals mit seinem rund 40 Jahre alten Büssing BS 16 nach Brilon. Der sauber restaurierte Pritschenwagen mit kurzem Haus und 256 PS Unterflurmotor war einst mit Ladebordwand und offener Pritsche bei der Bundespost im Einsatz, bevor er den zweiten Teil seines aktiven Lebens beim Münsteraner Büssing-Händler Kiffe verbrachte. Seinen Lebensabend wird er nun als gepflegter Veteran verbringen. Rund 10 Jahre jünger war der 1980 gebaute Mercedes-Benz 1632 S von Gregor Dihn aus Bad Homburg. Der kam mit der Sattelzugmaschine der neuen Generation samt zwillingsbereiftem, zweiachsigem Kässbohrer Dreiseitenkippauflieger ins Sauerland. Der Sattelzug war besonders bei den jüngeren Besuchern ein begehrtes Fotoobjekt. Weitere 10 Jahre jünger war die als Youngtimer bezeichnete MAN Schwerlastsattelzugmaschine der Firma Hack Schwerlastservice GmbH aus Neuwied. Der MAN 26.502 DFS wurde 1991 erstmals zum Straßenverkehr zugelassen und darf maximal 120 to bewegen. Der V 10 Motor arbeitet nun schon seit rund einer Million Kilometer im MAN. Die Kraft wird über ein 16 Gang ZF-Getriebe ZF16S2521 an die beiden Hinterachsen übertragen. Der nur in sehr geringer Stückzahl gebaute MAN hat unbedingt das Zeug zum wirklichen Veteranen und wird von der Firma Hack entsprechend aufbewahrt.
BildWesentlich älter war dagegen ein Tempo Matador, der in den Farben der Warsteiner Brauerei lackiert von Stefan Hense chauffiert wurde. Der 1952 gebaute Kastenwagen wird von einem 25 PS Volkswagen-Motor angetrieben und war vermutlich im ersten Leben ein Fahrzeug des Polizei-Überfallkommandos. In die Rubrik „neue Anhängsel“ gehört der um einen Ackermann-Möbelanhänger ergänzte Magirus-Deutz 125 D 11 Ackermann-Möbelwagen von Walter und André Höcker aus Versmold. Auch der schon bekannte Mercedes-Benz LS 1920, den Benjamin Augur aus Gevelsberg mitbrachte, hat inzwischen einen passenden Tankauflieger erhalten und stellt damit einen wunderschönen und authentischen Sattelzug dar, wie er Ende der 1960er Jahre unterwegs war.
BildWieder einwandfrei war die Ausfahrt in diesem Jahr. Einige Straßen waren allerdings so schmal, dass die in diesem Jahr reichlich mit zur Ausfahrt genommenen Anhänger und Sattelauflieger hin und wieder die Fahrer und besonders den Gegenverkehr vor Probleme stellten. Pünktlich nach dem Ende der Ausfahrt für die Nutzfahrzeuge setzte schauerartiger Regen ein, der viele Teilnehmer und Besucher veranlasste, früher als geplant die Heimreise anzutreten. Dass das Wetter Mitte Mai im Sauerland unberechenbar ist, ist besonders den „Wiederholungstätern“ unter den Teilnehmern bekannt. Es wird sie nicht davon abhalten, im nächsten Jahr wieder nach Brilon zu kommen und ein Wochenende unter Gleichgesinnten zu verbringen.

Fotos und Text: Manfred Koch