Gustav Zacharias - Omnibusse und Holztransporte

BildGustav Zacharias aus Freienohl bei Meschede wurde im ersten Weltkrieg durch Nervengas schwer verwundet. Diese Beeinträchtigung seines weiteren Lebens ersparte ihm allerdings die Einberufung zum Weltkrieg Nummer zwei. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, fuhr er als angestellter Fahrer einen Mietwagen. 1943 ergab sich für ihn die Gelegenheit, das Fahrzeug und die Konzession eines Kollegen zu übernehmen, der zuvor von einem Fahrgast erschossen worden war. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Gustav als selbständiger Mietwagenunternehmer. Zu Friedenszeiten bestand seine Aufgabe dann hauptsächlich darin, die Herrschaften aus der Verwaltung zu diversen Terminen und Veranstaltungen zu fahren.
BildAus diesem bescheidenen Mietwagenbetrieb entwickelte sich bald ein florierendes Transportunternehmen. Den Mietwagen folgten bald die ersten Busse. Ende der Vierziger Jahre stand ein Mercedes-Benz O 1500 in Diensten der Freienohler Autovermietung Gustav Zacharias. Bald schon folgten die ersten Neufahrzeuge wie z. B. ein Magirus-Deutz O 3000 sowie ein wunderschöner Borgward Haubenbus des Typs B 2500, dessen Aufbau wahrscheinlich von der Firma Schmitz in Düren stammte. Ebenfalls zum Fuhrpark gehörte in dieser Zeit der Aufbruchstimmung ein Opel Blitz Dreitonner Haubenbus mit Aero-Aufbau der Firma Ludewig. Für den Gelegenheitsverkehr oder kleinere Reisegruppen wurde ein Ford Taunus Transit FK 1000 mit Dachrandverglasung und Dachgepäckträger beschafft. Schon sehr früh hielten Frontlenker-Busse Einzug in den Wagenpark der Firma Zacharias. 1953 wurde ein damals ultramoderner Magirus-Deutz O 3500 H beschafft. Ihm sollten noch weitere luftgekühlte Busse mit dem Ulmer Münster auf der Front folgen wie z. B. 1962 ein Saturn II, der intern nur Nizza-Bus genannt wurde. 1960 bestand der Fuhrpark aus drei Omnibussen und zwei LKW.
BildParallel zum Busbetrieb wurde ein Kohlenhandel betrieben. Auch für diesen Unternehmensteil wurden überwiegend Magirus-Deutz-Fahrzeuge eingesetzt. Bis Anfang der Siebziger Jahre lieferte Zacharias diesen Brennstoff an Kunden, die damals überwiegend noch über Kohleöfen verfügten. Neben dem Handel wurden zunächst Transporte aller Art durchgeführt. Mit einem Magirus-Deutz Saturn wurde neben Holz auch Straßenbaumaterial zu diversen Baustellen gefahren. Magirus-Fahrzeuge bewährten sich dabei besonders gut. Georg Wendland, der von 1960 bis 1990 als Fahrer bei Zacharias beschäftigt war, erinnert sich noch gerne daran, wie er mit dem Saturn im Dreck versackte Mercedes-Benz Kipper aus den Baustellen herausziehen musste. Auch auf den Straßen des bergigen Sauerlandes waren die luftgekühlten Heuler den Sternträgern überlegen. Wendland hatte oft das Gefühl, dass beladene Mercedes-Benz Laster beim Anblick eines Berges dazu neigten, rückwärts zu fahren, während er mit seinem Magirus den Berg im Sturm nahm. Die Zeit verklärt eben manche Begebenheiten. Später erfolgte dann eine Spezialisierung auf Schnittholztransporte. Dem zunächst für diese Aufgaben eingesetzten Magirus-Deutz Saturn folgte später ein MAN 10.212 F, der mit einer Fernverkehrskonzession aber auch für die Firma Schenker zum Stückguttransport unterwegs war.
BildDem Firmengründer Gustav Zacharias folgte in der Leitung der Firma sein Sohn, der allerdings bereits 1965 verstarb. Danach übernahm dessen Bruder Herbert die Leitung der Firma. Gustav Zacharias starb 1969. Der heutige Inhaber heißt wie sein Großvater wieder Gustav. Von 1980 bis 1982 absolvierte er nach seiner Wehrdienstzeit seine Lehre und lernte anschließend alle anfallenden Arbeiten im Unternehmen kennen. 1991 übernahm er dann eigenverantwortlich zunächst den Betriebsteil Holztransporte mit drei LKW. 1994 wurde ihm dann auch die Verantwortung für die damals neun Omnibusse übertragen. Heute setzt die Firma Gustav Zacharias insgesamt 16 Omnibusse und drei LKW ein. Die Holztransporter stammen von Mercedes-Benz und sind mit Aufbauten und Anhängern zum Transport von Schnittholz ausgerüstet. Die Busse fahren überwiegend im Linien- und Schülerverkehr und werden bei mehreren Gesellschaften eingesetzt, wie z. B. bei der Gesellschaft „Busverkehr Ruhr-Sieg“ und der Märkischen Verkehrsgesellschaft.