Grenzenlos - Schlechtbach 2010

BildLändergrenzen existierten noch nie für die Teilnehmer der jährlich Ende April im Schwarzwald stattfindenden zufälligen Zusammenkunft von historischen Nutzfahrzeugen. Regelmäßig kommen Veteranen samt Fahrern und Beifahrern aus der Schweiz, aus Österreich, aus Frankreich und natürlich aus allen Teilen Deutschlands zu diesem konspirativen Treffen, um in die neue Saison zu starten. So geschah es auch in diesem Jahr. Viele bekannte, aber auch eine große Anzahl bisher nicht gesehener Fahrzeuge und frisch restaurierte Exemplare wurden in Schlechtbach vorgestellt.
BildIm Vergleich zu den Anfängen des Treffens vor vielen Jahren ist festzustellen, dass die Anzahl der alten Haubenfahrzeuge zugunsten der modernen, mittlerweile aber auch schon in die Jahre gekommenen Frontlenkertypen abnimmt. Da müssen sich dann auch alte Hasen zugestehen, dass sie älter geworden sind und die nächste Generation am Start ist. Typisch für Schlechtbach 2010 waren dann auch die Laster ohne Haube der Baureihe 1 und 2 von Scania sowie die F 88/89- und F 10/12–Modelle von Volvo in allen möglichen Varianten. Daneben waren natürlich auch deutsche Hersteller wie MAN, Mercedes, Magirus, Krupp, Henschel und Büssing überwiegend mit Frontlenker-Fahrzeugen vertreten. Schweizer Fahrzeuge waren fast ausnahmslos Hauber, die dort auch heute noch häufiger anzutreffen sind als in Deutschland. Einer der Höhepunkte des Treffens war in diesem Jahr der Scania-Vabis L 76 samt Köhler Zweiachs-Pritschenauflieger, mit dem Klaus Sieh die lange Anreise aus Bilsen nördlich von Hamburg in den Schwarzwald zurück gelegt hatte. Aus der Schweiz war Moritz Thommen angereist mit einem Unic T 270. Unter der langen Haube des französischen Kultlasters verbirgt sich ein V 8-Motor, der mit dem aufgesattelten Tieflader und der geladenen Dieselstraßenwalze keine Probleme hatte. Hingucker waren auch der frisch restaurierte Scania LB 141 von Georg Rünzi sowie ein seltener Borgward B 655 von Martin Bächle aus Eimeldingen, der genau in den Zustand versetzt worden ist, in dem ein solches Fahrzeug bei einem Bauunternehmer im Einsatz gewesen  sein kann.
BildGeographisch sind dem Treffen im Schwarzwald keine Grenzen gesetzt. In anderer Beziehung stößt die Versammlung von Veteranenfreunden allerdings an ihre Grenzen. Nahezu 150 anwesende Fahrzeuge sowie eine ständig größer werdende Anzahl von Besuchern, die mit dem PKW anreisen, haben dazu geführt, dass besonders während der Ausfahrt im Südschwarzwald der Ausnahmezustand ausgerufen werden muss. Es klingt widersprüchlich, wenn der geheime Wunsch geäußert wird, dass im nächsten Jahr wieder einige Fahrzeuge weniger den Weg in den wilden Süden finden sollten. Tatsache ist jedoch, dass es etwas geschehen sollte, um auch in Zukunft noch ein entspanntes Wochenende in Schlechtbach   verbringen zu können. Dieter Stebner und seine Mannschaft werden sich da sicher etwas einfallen lassen. Lassen wir uns überraschen, was im nächsten Jahr geschehen ist.

Text und Fotos: Manfred Koch