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Fahrtenschreiber Ausgabe 02-2016







Lastwagen Veteranen






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Traumhaftes Laster-Biotop

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einst ein stolzer Kipper - schwerer Mercedes-Benz LAK 1624

Zu geträumt, um wahr zu sein

Wer sich wie ich den gesamten Tag mehr oder weniger mit alten Lastern beschäftigt, dessen Träume drehen sich von Zeit zu Zeit auch um altes Blech. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass ich am Morgen beim Klingeln des Weckers soeben dabei bin, einen Schrottplatz genauer in Augenschein zu nehmen, auf dem interessante Fernverkehrslaster vergangener Tage zur letzten Ruhe abgestellt worden sind. Der Wecker bringt mich dann jedesmal abrupt in die Realität zurück und die Bilder des Traums sind schnell verschwunden.


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Baustofflaster - dreiachsiger Henschel mit Ladekran

Einmal ist es mir aber gelungen, die Bilder beim Wachwerden festzuhalten. Wieder einmal war ich in einem Traum unterwegs gewesen. In einem Dorf entdeckte ich am Wegesrand eine zugewucherte Halle, in der ein Zeitgenosse reichlich altes Blech in Form von Alt-Lastern aus den 1960er Jahren abgestellt hatte. Zunächst fiel mir nur ein Krupp Frontlenker auf, auf dessen Fahrgestell ein Mischaufbau thronte. Neugierig geworden schlug ich mich durch die Büsche und gelangte ohne weiteres in das Innere der Halle. Tore oder Türen gab es nicht. Lediglich jüngere Bäume und Sträucher erschwerten meinen Weg in das Bauwerk. Doch die Mühen lohnten sich. In der gemauerten Halle standen verteilt einige interessante Fahrzeuge, die manch einen Sammler elektrisiert hätten. Auf der einen Seite stand ein Mercedes-Benz LAK 1624 beladen mit alten Dachziegeln. Ihm gegenüber hatte sich ein schwerer Magirus-Deutz A 12000 Uranus Abschleppwagen zur letzten Ruhe niedergelassen. Daneben stand ein dreiachsiger Henschel Frontlenker mit Ladekran, eine ebenfalls dreiachsige Kaelble Zugmaschine mit vermutlich militärischer Vergangenheit, ein Henschel Haubenkipper, ein MAN-Saviem Frontlenker sowie diverse Baumaschinen.


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für immer ausgeheult - Magirus-Deutz A 12000 Uranus Schleppwagen

So interessant die alten Laster auf den ersten Blick erschienen, so beschädigt bzw. zerstört waren sie aber auch. Sämtliche Scheiben waren zerschlagen, alle Instrumente zerstört. Anscheinend waren die Vandalen schon vor mir in der geheimnisvollen Halle gewesen. Aber auch der Eigentümer schien sich schon lange nicht mehr um seine Veteranen gekümmert zu haben. Der Untergrund der Halle war nicht befestigt, so dass die Fahrzeuge mittlerweile tief in den feuchten Boden eingesackt waren. Die Tatsache, dass jegliche Absperrung der Halle fehlte, deutete darauf hin, dass der Eigner die Sammlung wohl aufgegeben haben musste oder dass sie ihm über den Kopf gewachsen war. Doch weiter kam ich mit meinen Überlegungen nicht. Mein Wecker rasselte und forderte mich auf, mein Tagwerk zu beginnen. Noch während des schönen Traums hatte ich mir fest vorgenommen, mich in diesem außergewöhnlichen Fall an das Geträumte zu erinnern. Das gelang mir auch. Ich vergaß allerdings, wo ich die Alt-Laster gesehen hatte. War es irgendwo in Deutschland, evtl. im Odenwald oder in der Pfalz? Es könnte aber auch in Belgien oder in Österreich gewesen sein. Für die letzte Vermutung spricht, dass es solche Plätze in Deutschland nicht geben darf und deshalb auch nicht gibt. Hier ist alles klinisch rein und Schrottplätze oder einfach nur solche unkonventionellen Sammlungen sind nicht erlaubt und werden von Amts wegen verfolgt und vernichtet. Schade. Oder sollte es die traumhafte Halle vielleicht doch irgendwo in Deutschland geben? Wer weiß!

Traum und Fotos:    Manfred Koch


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2020 wurden alle Fahrzeuge bei ebay angeboten - Foto ebay

Lange Zeit galt die verwunschene Lasterhalle in Ulrichstein als Geheim-Tipp. Nur wenige Eingeweihte kannten sie. Doch Anfang 2020 wurden plötzlich alle dort abgestellten Alt-Laster im Internet zum Kauf angeboten. In der Zeitschrift "Fahrtenschreiber" wurde 2015 über die traumhafte Lasterhalle und die außergewöhnliche Sammlung berichet. Das Heft 2/2015 ist noch lieferbar. Die Fahrzeuge sind aber alle nicht mehr zu retten. Zu lange haben sie unbeaufsichtigt dort gestanden. Vielleicht sind einzelne Fahrzeuge noch als Ersatzteilspender zu verwenden.


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