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Die Blüte Ostfrieslands – Schröder Fahrzeugbau

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Fertig zur Abfahrt zur DLG-Messe nach Hamburg

In Wiesmoor, dem geographischen Mittelpunkt Ostfrieslands, ist die Firma Schröder Fahrzeugbau beheimatet, die in diesem Sommer ihr 60jähriges Bestehen feiern kann. Begonnen hatte alles in Osterwanna an der Unterelbe. Dort gründete der aus Ostfriesland übergesiedelte Friedrich Schröder, der Vater des heutigen Firmeninhabers Rüdiger Schröder, im Jahr 1946 einen Betrieb, in dem die Fahrzeuge gebaut wurden, die in dem von Landwirtschaft geprägten Raum bei Cuxhaven benötigt wurden. Zum Programm des jungen Unternehmens gehörten hauptsächlich Agraranhänger in verschiedenen Ausführungen. Unter dem Markennamen "Fahrzeugbau Unterelbe" wurden Pritschen- und Kippanhänger hergestellt und vom Alten Land bis an die holländische Grenze verkauft. In den ersten Monaten konnte jedoch von einem geregelten Verkauf noch keine Rede sein. Es wurden vielmehr Tauschgeschäfte gemacht. Dabei wechselten manche Gläser Eingemachtes oder andere landwirtschaftliche Produkte den Besitzer im Tausch gegen Stahl oder Warsteiner Achsen. Auch in Bremerhaven bei den englischen Besatzungssoldaten wurde von den Anfangs vier Mitarbeitern Stahl „organisiert“. Das Unternehmen entwickelte sich prächtig, waren doch die hergestellten Produkte ganz nach dem Geschmack der Kunden. Schröder unternahm aber auch einige Aktivitäten, um Aufträge für die maximal 10 Mitarbeiter zu beschaffen, die er in Osterwanna beschäftigte. So fuhr er mit einem aus Wehrmachtsbeständen übernommenen LKW, an den drei Anhänger angehängt waren, auf denen dann wiederum weitere Anhänger verladen waren, zur Landwirtschaftsmesse nach Hamburg, um dort seine Produkte zu präsentieren und zu verkaufen.


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Fahrzeugbau Unterelbe: typischer Kippanhänger aus den Fünfziger Jahren

1956 übersiedelte das Unternehmen nach Wiesmoor in Ostfriesland. Friedrich Schröder war gebürtiger Ostfriese. Wohl aus diesem Grund hatte ihn der Gemeindedirektor von Wiesmoor einige Zeit zuvor angeschrieben und ihm Grund und Boden in der später als Blumenbeet Niedersachsens bekannt gewordenen Gemeinde angeboten. Am neuen Standort etablierte sich das Unternehmen schnell und wuchs weiter. In der Wiederaufbauphase der Nachkriegszeit veränderte sich dabei der Bedarf an Transportfahrzeugen. Neue Fuhrunternehmen wurden gegründet und der Wunsch nach größeren und schwereren Anhängern und Lkw-Aufbauten beeinflusste auch die Produktpalette der Firma Schröder. Durch diese Anforderungen der Kunden wurden bereits in den 1960er Jahren Innovationen realisiert, die die Transportbranche über Jahre prägten. Schröder erweiterte sein Programm und konnte bald schon Kippsattelauflieger und Kühlfahrzeuge liefern. Ein besonderer Verkaufserfolg war der Luft-Kippanhänger, der vom Ende der 1950er Jahre bis weit in die 1970er Jahre gebaut und verkauft wurde.


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Baujahr 1958: Mercedes-Benz L 319 mit Viehtransportaufbau für den Kunden Behrend

Wie viele andere deutsche Fahrzeugbauer fertigte Schröder in dieser Zeit alles, was angefragt wurde. So entstanden in den Hallen an der Wiesmoorer Hauptstrasse Pritschenaufbauten für LKW und Lieferwagen, Sattelauflieger mit Pritsche oder als Koffer, Kippanhänger und Kippauflieger, Kühl- und Viehtransportfahrzeuge. Selbst an Tank- und Silofahrzeuge traute Schröder sich heran. Die Tanks wurden dann aber doch zugekauft und auf selbst gebaute Fahrgestelle gesetzt. Eine Anzeige in einer Fachzeitschrift aus dem Jahr 1961 warb für Produkte aus dem Hause Schröder, die allerdings immer noch unter dem Markennamen „Unterelbe-Anhänger“ angeboten wurden. Genannt wurden Verkehrs- und Kippanhänger bis 16 to Gesamtgewicht, Sattelauflieger, Spezialanhänger für Unimog, Tieflader und Langholzwagen. Plattformwagen, Kipper und Milchwagen für Pferde- und Treckerzug standen ebenfalls noch im Angebot. Auch die in den 1960er Jahren aufkommenden Kunststoffkoffer fertigte Schröder z. B. für den Kunden Botterbloom. Dabei wurden die Kunststoffpaneele noch nicht in Vorrichtungen verklebt, wie es heute in der Serienfertigung üblich ist. Bei der damaligen Einzelfertigung war Handarbeit und fachmännisches Können der Mitarbeiter gefragt.


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Hanomag-Henschel F 161 mit abnehmbarem Hiab-Kran ca. 1966

Etwa 1964 wurden in Wiesmoor die ersten Ladekrane auf LKW gesetzt. Hieraus sollte sich ein Hauptstandbein des Unternehmens entwickeln. Schröder setzte auf Hydraulikkrane der Firma HIAB-FOCO. 1971 wurde die Generalvertretung für das Programm dieser schwedischen Firma  übernommen. Schröder begnügte sich aber nicht damit, die Krane nur zu montieren und zu verkaufen. Er machte sich auch Gedanken zum effektiven Einsatz solcher Zusatzausrüstung an LKW. So modifizierte er einen Kran so, dass er vom Fahrzeug absattelbar war. Auf Wunsch baute er außerdem Ladekrane verfahrbar auf Sattelauflieger. Diese als Rollkran verkaufte Lösung kam besonders bei den Baustofftransporteuren gut an. Der Verkauf der von der Firma Schröder hergestellten Produkte beschränkte sich zunächst nur auf den ostfriesischen Raum. Knapp zehn Jahre später erstreckte sich das Absatzgebiet bis nach Oldenburg, in die Wesermarsch sowie bis nach Hamburg und Hannover. Ein ausgezeichneter Kundendienst sowie ein gut sortiertes Ersatzteillager gewährleisteten eine zügige Instandsetzung aller Fahrzeuge. 


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DAF 2200 mit zweigeteiltem Unterelbe Kippsattelauflieger ca. 1963

Anfang der siebziger Jahre beschäftigte Schröder im Fahrzeugbaubereich bereits fünfzig Mitarbeiter. Um noch besser auf die individuellen Wünsche der Kunden eingehen zu können, wurde im Jahr 1972 die Fertigungshalle um 30 % vergrößert sowie eine Lackier- und Spritzhalle in Betrieb genommen. Diese Erweiterung der Produktionsflächen war auch dringend nötig geworden, beteiligte sich Schröder an einem Exportauftrag über zwanzig Sattelauflieger. Pro Tag verließ einer dieser zwölf Meter langen Großraumpritschensattelauflieger mit einer Tragfähigkeit vom 35 to das Werk. In das Handelsprogramm aufgenommen wurden außerdem die Produkte des Wechselsystemherstellers Multilift. Dieses Programm umfasste Absetzkipper, Seil- und Hakengeräte in den wichtigsten Gewichtsklassen.


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Mercedes-Benz LK 2623 im Jahr 1968

Seit 1981 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Schröder Fahrzeugtechnik GmbH. Nach der Wiedervereinigung wurde Anfang der 1990er Jahre die Produktionsstätte zu klein, um ausreichende Voraussetzungen für eine leistungsfähige Produktion zu gewährleisten. So wurde der Betrieb zum neuen Standort an der Oldenburger Straße in Wiesmoor verlagert. Dieser Umzug ermöglichte es, die Produktionskapazitäten den neuen Anforderungen anzupassen und Reserven für die Zukunft zu bilden. Somit wurde das Frühjahr 1994 zur Geburtsstunde der Schröder Fahrzeugtechnik GmbH in der Form, wie sie sich heute präsentiert. Auf rund 34.000 qm großem Betriebsgelände befinden sich ca. 7.500 qm überbaute Flächen. Besonders im Dienstleitungssektor wurden neue Schwerpunkte gesetzt. Die Reparaturabteilung verfügt über einen erheblichen erweiterten Arbeitsbereich mit separatem Bremsenprüfstand und eigner Lkw-Waschanlage. Das Sandstrahl- und Lackierzentrum ist mit drei Großraum-Lackierkabinen und einer modernen Stahlkorn-Strahlanlage für seine Aufgaben bestens ausgerüstet. Seit der Jahrtausendwende ist der Gesamtbetrieb nach DIN EN ISO 9001 durch den TÜV-Rheinland-Brandenburg zertifiziert.

Text:    Manfred Koch

Fotos: Archiv Schröder


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1947 bis 1956: die erste Produktionsstätte in Osterwanna Sonderzug nach Hamburg: Abfahrt zur Landwirtschaftmesse Mit Selbstmördertüren: Hanomag L 28 mit "Unterelbe" Viehaufbau Serienprodukt: Dreiseitenkippanhänger von 1953
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Bescheidene Anfänge: Blick auf die Produktionsstätte an der Wiesmoorer Hauptstrasse Holzarbeit: Viehtransportaufbau auf Mercedes-Benz L 319 Luftkipper: 12 to Zweiseitenkippanhänger im Jahr 1961 Luftkipper: 12 to Zweiseitenkippanhänger im Jahr 1961
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Luftkipper: 12 to Zweiseitenkippanhänger im Jahr 1961 Altpapierkipper: Mercedes-Benz LP 1113 mit Schröder Hinterkipper für den Kunden Klingele im Jahr 1961 Altpapierkipper: Mercedes-Benz LP 1113 mit Schröder Hinterkipper für den Kunden Klingele im Jahr 1961 Altpapierkipper: Mercedes-Benz LP 1113 mit Schröder Hinterkipper für den Kunden Klingele im Jahr 1961
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Schröder Zweiachspritschenanhänger 1961 Schröder Zweiachspritschenanhänger 1961 Der Betrieb wächst: Luftaufnahme des Firmengeländes im Jahr 1962 Getränkeauflieger: Büssing LS 11 der Firma Lehnig holt 1963 einen neuen Auflieger ab
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Flaschenbiertransporter: fabrikneuer Auflieger zum Getränketransport Zweiachspritschenauflieger für die Firma Lehnig Da hab ich zwei von: DAF A 2200 mit Schwalbennest und Sattelauflieger mit zwei Kippbrücken Zwei- und Dreiseitenkippbrücke des Schröder Sattelaufliegers
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Kraftpaket: Hanomag Kurier mit Schröder Sattelauflieger Kraftpaket: Hanomag Kurier mit Schröder Sattelauflieger Kraftpaket: Hanomag Kurier mit Schröder Sattelauflieger Zweiachspritschenauflieger für die Firma Lehnig
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Schröder Dreiseitenkippauflieger Schröder Dreiseitenkippauflieger auf Faun Sattelzugmaschine Gewöhnungsbedürftige Optik: Henschel HS 22 mit Schröder Hinterkippmulde Gewöhnungsbedürftige Optik: Henschel HS 22 mit Schröder Hinterkippmulde
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Da hab ich zwei von: Doppelhydraulikstempel des Hinterkippaufliegers Aquarium: DAF T 2600 mit Schröder Hinterkippmulde Flütra-Sattelzug: Mercedes-Benz LS 315 mit Schröder Tankauflieger Flütra-Sattelzug: Mercedes-Benz LS 315 mit Schröder Tankauflieger
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Flütra-Sattelzug: Mercedes-Benz LS 315 mit Schröder Tankauflieger ´68er Generation: Mercedes-Benz LK 2623 mit Schröder Hinterkippmulde von 1968 Eiskrem-Transporter: Mercedes-Benz L 319 mit Schröder Kühlkofferaufbau von 1965 319er Nachfolger: Mercedes-Benz L 406 mit Schröder Kühlkofferaufbauten von 1968
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Lebensmitteltransporter: Zweiachsanhänger für den Kunden REWE Eurogroup Rungenauflieger: Mercedes-Benz LAS 1113 mit Schröder Auflieger 1965 Kompaktsilo: Mercedes-Benz LS 1620 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1967 Kippsilo: Mercedes-Benz LS 1620 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1967
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Kompaktsilo: Mercedes-Benz LS 1620 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1967 Fernverkehrssilo: Mercedes-Benz LS 334 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1965 Fernverkehrssilo: Mercedes-Benz LS 334 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1965 Fernverkehrssilo: Mercedes-Benz LS 334 mit Schröder Silohinterkippauflieger im Jahr 1965
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Mercedes-Benz LAK 1113 mit Hiab-Kran im Jahr 1966 Mercedes-Benz LAK 1113 mit Hiab-Kran im Jahr 1966 Abnehmbarer Hiab-Kran an Hanomag-Henschel F 161 ca. 1966 Ladungssicherung - nein Danke: Schröder Zweiachsauflieger auf Henschel HS 26
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Fertig zur Auslieferung: Büssing BS 16 L der Firma BOB BS 16-Anhängsel: Schröder Dreiachsanhänger passend zum Büssing der Firma BOB Spezialtransporter: Mercedes-Benz LPS 1624 mit Auflieger für Fertigbauelemente im Jahr 1972 Caterpillar-Präsentation: Hausausstellung 1974
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Exportauftrag: Scania LBT 110 für Syrien Exportauftrag: Scania LBT 110 für Syrien bei Schröder mit Kranen versehen: MAN F 8 Klassischer Anhänger: Schröder Dreiachser für Figdor in Wilhelmshaven
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Henschel HS 22 mit Schröder Hinterkipper - 1965 DAF T 2600 mit Schröder Hinterkippmulde - ca. 1965